Motivation (Deutsch)
Der nachfolgende Text ist eine kleine Zusammenfassung aus meinem Motivationsschreiben für meinen allerersten Freiwilligendienst. (2007) Klickt hier um es im Original zu lesen. (Englisch)
Freiwilliges Soziales Jahr in Viet Nam 
Ich heiße Michael und wurde am 15. Februar 1985 in Emmendingen geboren. Ab Januar 2008 werde ich ein Freiwilliges Soziales Jahr in Vietnam als Ersatz für den Zivildienst ableisten.
Die Bundeswehr besitzt ihre Berechtigung, denn sie sichert den Frieden und die Sicherheit in unserem Land und auf vielen Teilen dieser Erde. Doch die Entscheidung für den Zivildienst und gegen die Bundeswehr fiel mir recht leicht, da ein Dienst an der Waffe für mich nie in Frage kam. Aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen und meiner Einstellung zum Leben weiß ich, dass meine Fähigkeiten am besten durch einen anderweitigen Dienst zur Geltung kommen würden.
Andere Kulturen und Denkweisen weckten bei mir jeher ein großes Interesse. Als ich vor sechs Jahren den ersten Brief vom Kreiswehrersatzamt erhielt, informierte ich mich schon damals über mögliche Alternativen zum Grundwehrdienst. Angefangen vom „Essen auf Rädern“ bis hin zu ökologischen Projekten im Bayrischen Wald. Als ich immer weiter in die Materie eintauchte, stieß ich zum ersten Mal auf den Begriff „Anderer Dienst im Ausland“. Und seit dem 1. August 2002 werden anerkannte Kriegsdienstverweigerer, die ein freiwilliges soziales Jahr (FSJ) oder ein freiwilliges ökologisches Jahr (FÖJ) ableisten, nicht mehr zum Zivildienst herangezogen. Diese Regelung des neuen § 14c Zivildienstgesetz ist Bestandteil des Gesetzes zur Änderung des Gesetzes zur Förderung eines freiwilligen sozialen Jahres und anderer Gesetze (FSJ-Förderungsänderungsgesetz). Der neue § 14c ZDG bestimmt, dass Kriegsdienstverweigerer, die sich nach ihrer Anerkennung zu einem FSJ/FÖJ verpflichten, keinen Zivildienst mehr leisten müssen.
Mir gefiel dieses Bild vor meinem inneren Auge, Arbeit in einem fernen Land zu verrichten und dadurch diese fremde Kultur kennen lernen zu dürfen. Doch ich befand mich zu diesem Zeitpunkt noch in der Ausbildung und später in befristeten Zeitverträgen und wurde somit für diesen Zeitraum zurückgestellt. Nichtsdestotrotz begleitete mich in den Jahren stets der Gedanke von einer verpassten Chance auf neue Eindrücke und Erkenntnisse. Ich begann zu reisen und spätestens mit dieser Entscheidung lies mich das Fieber und die Lust am Entdecken und Kennenlernen fremder Kulturen nicht mehr los.
Mit den Gedanken an meine Reisen durch Südostasien verbinde ich viele schöne und faszinierende Momente. Doch bei all den positiven Eindrücken vergesse ich nicht, dass es sich hierbei um „dritte Welt“ Länder handelt. Das Ignorieren ist auch kaum möglich, da man permanent mit diesen Verhältnissen konfrontiert wird. Unschwer zu erkennen sind Umweltprobleme, fehlende bzw. unzureichende Infrastruktur, Slumbildungen mit einhergehender miserabler Hygiene, Drogenmissbrauch, Armut und der oftmals daraus resultierenden Prostitution von Frauen und Kindern. Gespräche über solche Probleme mit Einheimischen die von Korruption, fehlender Rechtsstaatlichkeit und Kriegserlebnissen berichten haben mich nachhaltig beschäftigt. Dies prägte mein soziales Bewusstsein noch stärker und mir wurde klar, dass ich daran gerne etwas ändern würde.
Das Jahr 2007 verbrachte ich mit dem Kontaktieren diverser NGO`s und sozialen- sowie technischen Hilfswerken. Schlussendlich werde ich nun die Möglichkeit haben, meinen Zivilersatzdienst unter der Schirmherrschaft des ICJA, eingebunden in die Internationale Gemeinschaft des ICYE (International Cultural Youth Exchange) an einem sozialen Projekt teilzunehmen.
Aufgrund mehrerer Reisen nach Vietnam, weiß ich wie sehr dieses vom Schicksal gebeutelte Land humanitäre Hilfe benötigt. Meine Partnerorganisation in Vietnam ist „Volunteers for peace Vietnam”. Es sind sehr junge Projekte in denen es gilt Pionierarbeit zu leisten, doch bis jetzt weiß ich noch nicht in welchem Bereich ich eingesetzt werde. Größtenteils sind es Projekte die direkt am Bildungswesen anknüpfen wie z.B. das Unterrichten von Englisch und Naturwissenschaften an Schulen und College’s. Des Weiteren sind Kinderheime, Kampagnen zur Gesundheitsaufklärung sowie unterstützende Maßnahmen für Menschen mit körperlicher bzw. geistiger Beeinträchtigung ein Teil des Programms. Der Vietnamkrieg ist den Köpfen der Menschen weitestgehend verbannt, doch einige Spätfolgen des „Agent Orange” treten erst heute an Tageslicht. Mutationen, welche durch den Dioxin-Einsatz herrühren, vererben sich oftmals erst Generationen später. Der Freiwilligendienst erfordert ein hohes Maß an selbstständigem Arbeiten, Improvisationsvermögen und den Willen ohne Bezahlung arbeiten zu wollen.
Verlaufen?
→ Blog


